Dr. Judith Imhof

Frauenheilkunde & Geburtshilfe

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Unsere Leistungen!

Hier finden Sie genauere Informationen zu unseren Aufgabengebieten.
Bitte beachten Sie dass die hier angegebenen Informationen keine persönliche Beratung ersetzen können!

Gynäkologische Untersuchung

Vorsorgeuntersuchung:

Vorsorgeuntersuchung bedeutet eine Untersuchung machen zu lassen, obwohl keine Beschwerden einen Anlass dazu geben. Gebärmutterhalskrebs steht mit 3,5 % mittlerweile an 7. Stelle. Gerade bei letzterem fällt ein deutliches Absinken der Erkrankungsfälle bis in die 80er Jahre hinein auf, was auf die Früherkennungsquote im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung zurückzuführen ist. Mit dem Krebsabstrich vom Muttermund lassen sich Krebserkrankungen nicht nur frühzeitig diagnostizieren, sondern durch Auffinden und Behandeln von Vorstufen auch verhindern.

Mindestens 1x jährlich sollte jede Frau ihre FrauenärztIn aufsuchen, um den „Krebsabstrich“ abnehmen zu lassen. Gebärmutterhalskrebs wird in ca. 90% der Fälle durch HPV (Humanes Papilloma Virus)Infektionen bedingt. Es ist mittlerweile gelungen, eine Impfung gegen die problematischsten Typen dieser Viren zu entwickeln:

HPV-Impfung schützt vor Gebärmutterhalskrebs. Im österr. Impfprogramm ist die Impfung in der 4. Klasse Volkschule vorgesehen – sie ist mittlerweile kostenfrei, wenn sie zwischen 10. -12. LJ erfolgt. Nach dem 15. LJ werden die Kosten nicht mehr übernommen und sind dann Privatsache. Über die Impfung kursieren leider viele negative Gerüchte, weswegen besorgte Eltern ihre Kinder nicht impfen, um keinen Schaden anzurichten. Wir wissen aber aufgrund der Impfstatistiken aus Ländern, in denen seit über 10 Jahren großflächig durchgeimpft wird (allen voran Australien), dass die Impfung keine anderen Risiken birgt als alle anderen aktiven Impfungen wie z.B. Tetanus oder FSME. Idealerweise erfolgt die Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr, aber auch danach macht es immer noch Sinn, sich impfen zu lassen. Entgegen früherer Annahmen wissen wir heute, dass durchgemachte HPV-Infektionen keine Immunität hinterlassen – d.h. man kann sich immer wieder neu anstecken. Geimpfte Frauen senken ihr Risiko, an Gebärmutterkrebs zu erkranken, um ca. 90 %. (HPV Infobroschüre, HPV Infektion)

Das Ergebnis des Krebsabstriches – PAP:

PAP 0: Das Abstrichmaterial ist nicht aussagekräftig – es kann nicht beurteilt werden. Mögliche Gründe dafür: zu wenige Zellen am Objektträger, Blutbeimengung, mangelhafte Fixierung etc. Abstrich muss wiederholt werden.

PAP I, PAP II: Normalbefund

PAP III: unklare Zellveränderungen, möglicherweise durch Infektion, Entzündung, Atrophie (hormonell bedingt), aber auch schwerwiegendere Veränderungen sind nicht ausgeschlossen. Es sollte daher unbedingt innerhalb von 3 Monaten eine weitere Abklärung (Test auf Infektionen wie HPV, Chlamydien), eventuell Probeentnahme und v.a. Abstrichkontrolle erfolgen.

PAP IIID: leichte Dysplasie – bedeutet leichte Zellveränderungen. Diese finden sich sehr häufig auch schon bei sehr jungen Frauen, sind meist Ausdruck einer aktiven HPV-Infektion. Hier besteht sehr gute Chance auf Spontanheilung. Dies kann allerdings einige Monate, mitunter Jahre dauern. Um den Verlauf im Auge zu behalten werden regelmäßige Kontrollen vorgenommen: nach dem ersten IIID-Befund 6 Monate, danach bei Persistenz 3monatige Abstände. Sollte es zu einer Verschlechterung des Befundes kommen oder auch nach 2 Jahren keine Abheilung erfolgen, wird eine operative Behandlung notwendig sein.

PAP IV: mittlere bis schwere Veränderungen – es wird eine operative Behandlung empfohlen, bei der ein kleiner Gewebskegel am Gebärmutterhals entfernt wird.

Die Vorsorgeuntersuchung der Brust findet beim Radiologen statt. Ab dem 45. Lebensjahr erhalten Frauen in Österreich automatisch alle zwei Jahre Einladungen zur Mammographie. Ab dem 40. Lebensjahr darf man am Vorsorgeprogramm bereits teilnehmen, muss aber selbst aktiv werden. Jede 8. – 10. Frau erkrankt in Mitteleuropa an Brustkrebs. Er ist somit die häufigste Krebserkrankung der Frau. Die besten Chancen auf Heilung dieser Erkrankung bestehen, wenn sie sehr früh erkannt werden – und das gelingt hauptsächlich durch die Mammographie. Sollte es in der Familie bereits mehrere, v.a. in jungem Alter ( Ü52 a) erkrankte Frauen geben, besprechen Sie das unbedingt im Rahmen der gynäkologischen Vorsorge. Für diesen Fällen sollte viel früher mit Untersuchungen der Brust begonnen werden.

Kinder- und Jugendgynäkologie

Gynäkologische Fragestellungen bei Kindern ergeben sich sehr selten. Üblicherweise erfolgt die Betreuung durch den Kinderarzt. Nur in speziellen Fällen wird dieser eine gynäkologische Fachmeinung für nötig erachten.

Anders ist es bei Jugendlichen. Hier stellt sich die Frage: Wann zum ersten Mal zum Frauenarzt? Wann die allererste Untersuchung stattfinden soll ist abhängig von eventuellen Beschwerden und Fragen der jungen Mädchen. Meist wird er wahrgenommen, sobald eine Beratung bezüglich Verhütung gewünscht wird. Hier besteht die Möglichkeit, vorerst nur ein Beratungsgespräch zu führen, bei dem auch auf Wunsch die Pille verordnet werden kann. Gynäkologische Untersuchungen sollten nach Aufnahme der sexuellen Aktivität einmal jährlich stattfinden. Eine der wichtigsten vorsorglichen Schritte im jugendlichen Alter ist die Durchführung der HPV-Impfung (s.u.)

Auf alle Fälle soll eine FachärztIn aufgesucht werden, wenn die erste Monatsblutung bis zum 16. Lebensjahr noch nicht eingesetzt hat.

Verhütung

Kondom: bei richtiger Anwendung kein schlechtes Verhütungsmittel, schützt auch vor manchen Infektionen. Wichtig ist das Anlegen schon am Beginn und die Kontrolle auf Vollständigkeit am Ende des Verkehrs. Sollte es zum Reißen, Platzen oder Verlust des Kondoms in der Scheide kommen, kann die Pille danach Abhilfe verschaffen.

Pille: gut anwendbares und verträgliches Mittel zur Verhütung. Wichtig ist hier, vorab zu klären, ob es individuelle Gründe gibt, die gegen die Anwendung der Pille sprechen: Das größte Risiko liegt in der Erhöhung des Thromboserisikos, da Thrombosen auch lebensbedrohliche Komplikationen wie Schlaganfall oder Lungeninfarkte nach sich ziehen können. Manche Menschen haben Krankheiten, bei denen dieses Risiko deutlich erhöht ist. Diese sollten auf keinen Fall eine Pille nehmen. Dies sind z.B.: Migräne mit Aura, aber auch angeborene Störungen der Blutgerinnung. Hinweise auf das Vorliegen einer solchen Störung könnten in der Familie vermehrt auftretende Thrombosen sein. Es gibt auch die Möglichkeit, mittels Bluttest Hinweise zu bekommen. Wenn kein med. Verdacht vorliegt, werden diese aber von den Krankenkassen nicht bezahlt. Rauchen erhöht ebenfalls das Thrombose-Risiko!

Die Pille hat auch viele positive Effekt: Hautunreinheiten und Akne, Menstruationsbeschwerden verbessern sich. Gute Kontrolle über die Blutung. Die Pille kann auch im sogen. Longzyklus eingenommen werden. Das bedeutet, dass nicht jeweils nach 3 Wochen, sondern ganz nach individuellem Wunsch nur alle 3, 4, 5 oder 6 Monate eine Woche pausiert wird. Dadurch bleibt man im Normalfall Blutungsfrei, es kann lediglich bei längerer durchgehender Anwendung zu Schmierblutungen kommen.

Minipille: ist eine östrogenfreie Pille und kann deswegen in manchen Fällen eingesetzt werden, wo die normale Pille nicht genommen werden kann, z.B. bei erhöhtem Thromboserisiko oder in der Stillzeit. Sie wird immer durchgenommen, also keine Pausen einlegen!

3-Monats-Spritze: ist ein östrogenfreies Depot-Präparat und wird alle 3 Monate mittels Spritze in den Muskel oder unter die Haut verabreicht. Auch hier sollten keine regelmäßigen Blutungen auftreten, sind aber mitunter eine Nebenwirkung. Die Verhütungssicherheit ist sehr gut. Aufgrund der negativen Auswirkungen auf den Knochen sollte sie nicht über viele Jahre angewendet werden.

Hormonstäbchen – „Implanon“ – Hormonimplantat: ist ein östrogenfreies Stäbchen, welches kontinuierlich seinen Wirkstoff freisetzt. Es wird unter die Haut am Oberarm eingebracht und gibt für 3 Jahre dort ausreichend Hormon ab. Es handelt sich um ein sehr sicheres Verhütungsmittel. Nach Ablauf der Wirkzeit oder bei Kinderwunsch wird es wieder entfernt.

Hormonspirale: T-förmiger Kunststoffkörper, der in die Gebärmutterhöhle eingelegt wird und dort kontinuierlich seinen Wirkstoff abgibt. Ein wesentlicher Unterschied besteht zu den anderen hormonellen Mitteln im Wirkprinzip: Es kommt nicht zur Hemmung des Eisprungs, sondern zu einer lokalen Wirkung in der Gebärmutter, wodurch einerseits die Vorbereitung der Schleimhaut (Endometrium) auf eine Einnistung einer Eizelle verhindert wird, und andererseits der Schleim im Gebärmutterhals dauerhaft sehr zäh bleibt, wodurch Spermien kaum aufsteigen können. Es gibt Varianten auf 3 und auf 5 Jahre. Bei vielen Frauen kommt es zum kompletten Ausbleiben von Regelblutungen oder zumindest zu einer Reduktion der Blutungsstärke und eventuell vorbestehender Regelschmerzen.

Kupferspirale, Gold- oder Silberspirale: T-förmiger Kunststoffkörper, der mit Kupferdraht umwickelt ist. Eine Einnistung befruchteter Eizellen wird verhindert. Bei Gold- oder Silberspiralen findet sich im Inneren des Kupferdrahtes ein Gold- bzw. Silberfaden, was dem Draht eine bessere Stabilität verleiht. Regelblutungen werden meistens stärker und länger als ohne Verhütungsmittel, wer Regelschmerzen hat, muss damit rechnen, dass die Schmerzen mit Kupferspirale stärker werden können. Es besteht ein höheres Risiko auf aufsteigende Infektionen oder Eileiterschwangerschaften, dafür gibt es keine wirkstoffassoziierten Nebenwirkungen.

Kupferkette oder Kupferball: Wirkprinzip wie bei Spirale.

Unterbindung: Es werden beide Eileiter durchtrennt, neuerdings besser entfernt. Dazu ist eine Bauchspiegelung unter Vollnarkose notwendig. Schwangerschaften danach sind nur noch mittels künstlicher Befruchtung möglich.

SICHERHEIT DER UNTERSCHIEDLICHEN VERHÜTUNGSMETHODEN:
Pearl-Index = Zahl der Schwangerschaften auf 100 Frauenjahre (also 1200 Monate) unter Anwendung der jeweiligen Verhütungsmethode (je niedriger der Pearl-Index, desto sicherer die Methode).

Verhütungsmethode Pearl-Index
Kondom 2 - 12
Die Pille 0,1 - 0,9
Minipille 0,5
Vaginalring 0,65
Drei-Monats-Spritze 0,3 - 1,4
Verhütungsstäbchen 0 - 0,08
Verhütungspflaster 0,9
Hormonspirale 0,16
Kupferspirale 0,9 - 3
Sterilisation der Frau 0,2 - 0,5
Sterilisation des Mannes 0,1 - 0,2
Diaphragma (+ Spermien-abtötende Creme) 4-10
Verhütungsschwamm 5 - 10
Vaginalfilm 6
Temperaturmethode 3,8 - 20
Kalendermethode 12 - 15
Symptothermale Methode (Rötzer-Methode) 1,8 - 2,7
Coitus Interruptus 27

Sonstige Themen

Endometriose

Endometriose ist eine Erkrankung, bei der Gewebe, welches der Gebärmutterschleimhaut entspricht, sich außerhalb der Gebärmutterhöhle befindet. Bevorzugte Lokalisationen sind: Eierstock, Bauchfell, welches das kleine Becken auskleidet, Blasendach, Mastdarm – oder auch in er Gebärmutterwand selbst (=Adenomyose).

Die Erkrankung betrifft nahezu ausschließlich Frauen im gebärfähigen Alter und findet sich in einer Häufigkeit von ca. 10 %. Hinweis auf eine Endometriose geben in erster Linie chronische Schmerzen, v.a. im Rahmen der Regelblutung, manchmal auch beim Geschlechtsverkehr.

Die Endometriose wird meist durch eine sogen. Bauchspiegelung festgestellt. Mitunter lassen sich auch im Ultraschall entsprechende Zeichen nachweisen oder typische Veränderungen bei der klinischen gynäkologischen Untersuchung ertasten.

Es handelt sich um eine zwar gutartige Erkrankung, die aber meist voranschreitend ist und weitere Organe befallen kann. Es kann auch zu einer deutlichen Einschränkung der Fruchtbarkeit kommen.

Die Behandlung kann durch operative Entfernung erfolgen, danach wird meist eine hormonelle Therapie empfohlen. Meistens erfolgt von vorn herein eine konservative hormonelle Behandlung mit einer Pille. In diesen Fällen empfiehlt es sich, die Pille im sogen. Longzyklus anzuwenden. Dabei werden die einwöchigen Einnahmepausen nicht monatlich sondern seltener gewählt: z. B: nur alle 3 bis 6 Monate.



PCO-Syndrom:

Polycystisches Syndrom bezeichnet ein sehr unterschiedliches Krankheitsbild. Die Zeichen sind seltene Monatsblutungen (ganz selten auch zu häufig) – jedenfalls unregelmäßig und ein typisches Bild der Eierstöcke mit sehr vielen kleinen randständigen Bläschen. Es kommt deutlich seltener zum Eisprung und es kann sich eine Störung des hormonellen Gleichgewichtes ergeben. Nicht selten kommt es zu einem Überhang männlicher Hormone, oft sichtbar an unreiner Haut und vermehrtem Haarbewuchs am Körper und im Gesicht. Es kann sich zusätzlich eine Störung des Zuckerstoffwechsels ergeben, wodurch es schwierig werden kann, Gewicht abzunehmen oder zu halten.

Besteht kein Kinderwunsch, ist die beste Behandlung eine Pille.



Mutter-Kind-Pass und Schwangerschaftsbetreuung

Im Mutter-Kind-Pass sind insgesamt 5 Untersuchungen bei normalem SS-Verlauf vorgesehen:

1. Muki 9. – 14. SSW: mit Ultraschall
2. Muki: 18. – 22. SSW: mit Ultraschall
3. Muki: 25. – 28. SSW: ohne US
4. Muki: 30. 34.SSW: mit US
5. 35. – 38. SSW: ohne US , CTG

Wie bieten im Rahmen des Mutter-Kind-Pass-Plus auch bei der 3. Und 5. Untersuchung einen kindlichen Ultraschall, Bilder zum Mitnehmen (nach Möglichkeit) und ebenfalls nach Möglichkeit ein 3-D-Bild. Außerdem bei jeder Muki-P-Untersuchung die Messung des Gebärmutterhalses mittels Ultraschall, um frühzeitig Tendenzen zu Frühgeburtlichkeit zu erkennen.



Akupunktur

Einsatzgebiete der Akupunktur sind in erster Linie:

Geburtsvorbereitung:
In Studien konnte gezeigt werden, dass bei Patientinnen nach vorangegangener Akupunktur die Eröffnungsphase um durchschnittlich 2 Stunden kürzer war als bei der Vergleichsgruppe. Wir beginnen in der 35. SSW.

Beckenendlage:
Hier kommt eine besondere Form der Akupunktur, die Moxibustion zur Anwendung. Moxa sind getrocknete Kräuter, die ähnlich einer Zigarre gerollt sind. Man bringt sie zum Glühen und wärmt damit Akupunkturpunkte. Behandlungsstart ist in diesen Fällen die 32. SSW.

Lumbalgie:
Auch hier kann die Akupunktur gute Abhilfe schaffen

Mögliche weitere Indikationen:
Kinderwunsch, Endometriose, Schwangerschaftsübelkeit.